Markt Steinwiesen Markt Steinwiesen
Museumsbahn Steinwiesen
Erlebnispfad Steinwiesen
Teichmühle Steinwiesen
Die Ködeltalsperre im Sommer
Steinwiesen vom Rollenberg
Baierswehr Steinwiesen
Sonnendurchfluteter Hochwald

40 Jahre Großgemeinde Steinwiesen

23.07.2018 Großer Festakt mit vielen Ehrengästen – Bürgermeister Gerhard Wunder schaut zurück.

Unter anderem konnte Bürgermeister Gerhard Wunder (5.v.li) Regierungspräsidentin Heidrun Piwernetz (8.v.re), MdB Hans Michelbach (9.v.li) und Landrat Klaus Löffler (re) begrüßen. Fotos: Susanne Deuerling
Zahlreiche Ehrengäste hatten sich zum Festakt 40 Jahre Großgemeinde Steinwiesen eingefunden

Festrede und Rückblick Bürgermeister Gerhard Wunder
Steinwiesen (sd) Stolz steht der erste Bürgermeister der Großgemeinde Steinwiesen vor den Gästen im festlich geschmückten Saal von „Wagner’s Hotel“. Die Amtskette trägt Gerhard Wunder seit 1996 und sein Vorgänger Reinhold Renk hatte vor 40 Jahren die Eingemeindung der Ortsteile zusammen mit den Bürgermeistern Josef Wich (Neufang), Balthasar Kolb (Birnbaum) und Rudolf Klug (Nurn) vollzogen. Obwohl sich Birnbaum für den Anschluss an Wilhelmsthal ausgesprochen hatte, wurde doch nach Steinwiesen eingemeindet. Für Neufang sprach sich der Ortsteil „Schäferei“ für Wilhelmsthal aus und wurde dorthin eingemeindet. Die damalige Konstellation war nicht gerade einfach und hat oftmals zu emotionalen Diskussionen geführt. Aber es wurde viel daraus gemacht. Die verschiedenen Identitäten der Ortsteile wurden erfolgreich weiterentwickelt, ein breites Vereins- und Kulturleben aufrechterhalten und weitergepflegt. Die Aufgaben einer Gemeinde sind vielfältig. Von der Wasserversorgung angefangen bis zu den schnellen Internetanschlüssen und der Mobilfunkversorgung, dem Betreiben von Turnhallen, Bädern, Friedhöfen und vieles mehr im kulturellen Leben, stehen die Gemeinden in der Pflicht. Die aktuelle Situation der Gemeinden zeigt, dass der Staat erkannt hat, dass finanzielle Unterstützung wichtig ist. Spezielle Förderprogramme für den nordostbayerischen Raum helfen hier zeitnah und schnell. Aufgrund der kommunalen Selbstverwaltung kann auch im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen die Gemeinde Steinwiesen selbst bestimmen, wohin sie sich entwickeln will und soll. In diesem Zusammenhang trugen auch die Dorferneuerungen in Neufang, Nurn, Birnbaum und Schlegelshaid sowie die Städtebauförderung in Steinwiesen zur erfolgreichen Entwicklung bei. Bürgermeister Gerhard Wunder dankte der Regierungspräsidentin Heidrun Piwernetz für die Unterstützung des Freistaates Bayern.



Nach der Deutschen Einheit hatten viele Bürgerinnen und Bürger auch Ängste vor Veränderungen. Hier kann gezielte Aufklärungsarbeit aber auch die Chancen näherbringen. „Es muss uns gelingen, die depressive Grundhaltung der Bevölkerung umzukehren und aus Pessimisten Optimisten zu machen“, sagte Wunder. Ehrenamtliches Engagement, das Ansehen der Politik heben und gemeinsam in die Zukunft gehen, das muss vorangetrieben werden. Für die Großgemeinde Steinwiesen wurde in den letzten 40 Jahren viel erreicht. Aber alles kann der Bürgermeister mit seinem Gremium alleine nicht richten und deshalb sind alle Bürger und Bürgerinnen gemeinsam gefordert. Sie sollen sich einbringen mit ihren Ideen, Beiträgen, Aktivitäten und Lösungsansätzen. Das Rad muss ja nicht ständig neu erfunden werden. Mit dem Appell an alle, sich als Großgemeinde Steinwiesen als Team zu fühlen und fordern, die Interessen nach außen zu vertreten und Konzepte zu erarbeiten. Nur im Team wird man stark sein und das Team lebt vom Mitmachen jedes Einzelnen.

Daten und Fakten
Die Großgemeinde Steinwiesen besteht aus den Ortsteilen Steinwiesen, Neufang, Birnbaum, Nurn und Schlegelshaid. Einwohner Stand 1.1.2018 gesamt 3.468, 71 Vereine darunter fünf Musikkapellen. Der Marktgemeinderat besteht aus 16 Mitgliedern. Seit der Gebietsreform hat der Markt Steinwiesen 749 Einwohner verloren. Der Schuldenstand ist von 2,2 Millionen auf 5,5 Millionen hochgeschnellt, allerdings wurde seit 1978 auch mehr als 100 Millionen DM (vieles fiel noch in DM-zeiten) in die Infrastruktur des Kleinzentrums im nordöstlichen Landkreis Kronach investiert. Die Grundversorgung in Steinwiesen ist mit Ärzten, Einkaufsmöglichkeiten, Schulen und Betreuungseinrichtungen für Jung und Alt, Freizeitmöglichkeiten, Kirchen und vielem mehr sicher gestellt und soll auch in Zukunft erhalten und Stück für Stück noch ausgebaut werden. Es ist gut, dass das soziale Netzwerk „Dorf“ in allen Gemeindeteilen hervorragend funktioniert.

Im Landkreis Kronach gab es vor der Gebietsreform 96 selbstständige Gemeinden, danach blieben 18 übrig. Das Ziel war, Verwaltungseinheiten von ca. 3.000 Einwohner zu schaffen, um die Herausforderungen an die Kommunalverwaltungen durch leistungsfähiges qualifiziertes Personal zu bewältigen.


Regierungspräsidentin Heidrun Piwernetz

Grußworte
Die Regierungspräsidentin von Oberfranken, Heidrun Piwernetz zeigte sich erfreut darüber dass in der Großgemeinde Steinwiesen die Herausforderung der Gebietsreform so gut funktioniert hat. Sie erinnert daran, dass überall vor und während der Reform schon oft gekämpft und gestritten wurde, doch das können eigentlich nur die nachvollziehen, die damals dabei waren. Die Gebietsreform gilt als ein Jahrhundertprojekt. In Oberfranken wurden aus neun Kreisfreien Städten und 17 Landkreisen nach der Reform vier kreisfreie Städte und neun Landkreise. Viele der Orte hatten Angst vor Identitätsverlust, doch am Ende zeigten sich die meisten doch einsichtig, dass es langfristig ein Nutzen sein kann. Piwernetz ging auf den Landkreis Kronach ein, auf den die Bürger stolz sein können. Gegenüber anderen Regionen Deutschlands, die so ähnlich aufgestellt sind, steht der Landkreis Kronach sehr gut da. Die zahlreichen Förderprogramme, das Engagement der Bürgermeister, Kommunalpolitiker und Ehrenamtlichen stehe da an erster Stelle. „Hier in Steinwiesen seid ihr zu einer Einheit zusammen gewachsen. Die Bürger identifizieren sich mit der Gemeinde. Dazu gratuliere ich sehr herzlich“, sagte die Regierungspräsidentin.

Für MdB Hans Michelbach war es nicht der erste Besuch in Steinwiesen. Gerne kommt er her und diesmal freut er sich besonders, dass 40 Jahre Großgemeinde mit einer großen Festsitzung gefeiert wird. Er lobte die gute Gemeindepolitik, die ein Prädikat von Steinwiesen ist. In den 40 Jahren ist der Markt Steinwiesen eine gemeinsame Heimat für alle Ortsteile geworden und ein richtig verstandenes Heimatgefühl ist der ganz menschliche Wunsch nach Zugehörigkeit, gemeinsamen Wurzeln und Verbundenheit, gerade heute, wo die Welt so globalisiert wird. Ein gutes Vereinsleben, bürgerschaftliches Engagement und ein Miteinander bringen in der Relation im ländlichen Raum mehr auf den Weg als in großen Städten und Kommunen.


MdB Hans Michelbach

Auf die erfolgreiche Umsetzung der Gebietsreform vor 40 Jahren unter dem damaligen Landrat Dr. Heinz Köhler ist auch Landrat Klaus Löffler stolz. Er betonte, dass bei allen Reden das Entwicklungspotential der Gemeinde Steinwiesen in den Mittelpunkt gestellt wurde. Der Weg, die Anstrengung und das Durchhaltevermögen haben sich gelohnt, der Steinwiesner Weg sei einzigartig und geprägt von vielen positiven Erfahrungen. Die Stabilität zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichte. Und in 40 Jahren sind die Menschen der Stabilitätsfaktor der Großgemeinde Steinwiesen geworden. Sie engagieren sich, führen ihr Heimatgemeinde in eine gemeinsame Zukunft. Auch der gesamte Landkreis Kronach profitiert von diesem Strukturentwicklungskonzept. „Veränderungen sind keine Bedrohung sondern die Zukunft unseres Landkreises und seiner Gemeinden“, betonte der Landrat. Und fuhr fort: „Gestalten wir gemeinsam die Zukunft des Landkreises Kronach und der Großgemeinde Steinwiesen, sie liegt in unseren Händen.“


Landrat Klaus Löffler

Dankesworte
Bürgermeister Gerhard Wunder dankte allen Marktgemeinderäten und Rätinnen, die seit der Gebietsreform 1978 Verantwortung übernommen haben. Auch seinem Amtsvorgänger Reinhold Renk dankte Wunder, der ihm 1996 eine funktionsfähige Gemeinde übergeben hat. Ein besonderes Vergelt’s Gott sagte Wunder den „Urgesteinen“ aus der Talkrunde und den Ehrengästen. Das Motto bei der 25-jährigen Feier am 18. Mai 2003 gilt auch noch heute: „Einheit in Vielfalt und Leistungskraft.“ „Wenn wir gemeinsam diese Einheit und Vielfalt organisieren, können wir in eine gute Zukunft blicken“, schloss der Bürgermeister. Die musikalische Umrahmung des Festabends lag in den Händen des Blechensembles des Musikvereins Steinwiesen, die zum Schluss noch die Bayernhymne und das Deutschlandlied spielten.

Kategorien: Rathaus, Veranstaltungen, Marktgemeinderat