Markt Steinwiesen Markt Steinwiesen
Museumsbahn Steinwiesen
Erlebnispfad Steinwiesen
Teichmühle Steinwiesen
Die Ködeltalsperre im Sommer
Steinwiesen vom Rollenberg
Baierswehr Steinwiesen
Sonnendurchfluteter Hochwald

Entscheidung vertagt

20.07.2018 Für die Auflösung des Gesangvereins „Cäcilia“ fand sich nicht die benötigte Mehrheit – Verein nun in der Schwebe.

Von links Fähnrich Wolfgang Richter mit dem Fahnenband des Patenvereins „Sängerfreunde“ Nurn, Michaela Mattes und Elisabeth Daum. Foto: Susanne Deuerling
Beim 125jährigen Bestehen des Gesangvereins „Cäcilia“ im Herbst 2016 war man sich eigentlich noch einig

Steinwiesen (sd) Dreiviertel Mehrheit der Stimmen der anwesenden Mitglieder war erforderlich, um eine Entscheidung über die Auflösung des Vereins zu bekommen. Anwesend waren 23 stimmberechtigte Mitglieder, das heißt, es hätten 18 mit ja stimmen müssen, dann wäre der Verein bereits heute Geschichte. Unter der Leitung des Wahlausschusses Gerhard Wunder, Siegfried Petrikowski und Susanne Deuerling wurde in schriftlicher und geheimer Wahl abgestimmt. Nach Auszählung der Stimmen waren 15 für die Auflösung und acht dagegen. Dieses zwar deutliche Stimmungsbild reichte jedoch nicht, um eine Auflösung der „Cäcilia“ durchzusetzen.

Es war nun schon die vierte Versammlung, bei der es um die Existenz und den Fortbestand des Gesangvereins „Cäcilia“ Steinwiesen ging. Die kommissarische Vorsitzende Monika Rohr appellierte bei ihrer Begrüßung daran, doch die Situation noch einmal zu überdenken. Es sei nicht der Tag, an dem es wieder um Schuldzuweisungen und Versäumnisse gehen darf, sondern man solle nach vorne sehen und vielleicht sei doch jemand bereit, den Vorsitz zu übernehmen. „Ansonsten bleibt uns nur die Option, den Verein aufzulösen“, meinte Rohr. Bürgermeister Gerhard Wunder hatte sich seit der letzten Versammlung am 17. April mit der Kanzlei Wittmann in Verbindung gesetzt und gab die Stellungnahme nach Sichtung der Satzung und weitere Infos zum Verein bekannt. Der Vorstand wird in § 9 geregelt und beinhaltet 12 Personen, die zum Wohle des Vereins und der Mitglieder arbeiten. Es ist jedoch nicht geregelt, wenn kein Vorstand gefunden wird. Hier greift dann dass BGB, das besagt, wenn ein Vorstand unter sieben Personen gefallen ist, ist er nicht mehr rechtsfähig. Dies trifft auf die „Cäcilia“ zu. „Es ist ganz klar, wenn wir es schaffen, dass der Verein nicht aufgelöst wird und es weiter geht, muss die Satzung neu geregelt werden“, betonte Wunder.

Sollte ein Verein aufgelöst werden, muss entschieden werden, was mit dem Vereinsvermögen und den Sachwerten geschehen soll. In der Satzung des Gesangvereins ist geregelt, dass dies an die Gemeinde geht und für kulturelle Zwecke eingesetzt werden muss. Durch Abstimmung der Mitglieder konnte dies konkretisiert werden. Mit einer Enthaltung wurde per Akklamation beschlossen, bei Auflösung des Vereins das Geld weiterhin für die Chorstunden des Kinderchores der Grundschule Steinwiesen zu verwenden. Ebenso wird das vorhandene Piano der Schule zur Verfügung gestellt. Die Gemeinde verwaltet treuhänderisch die Geld- und Sachwerte. Albin Deuerling aus Nurn, seit Jahrzehnten Mitglied im Gesangverein „Cäcilia“ Steinwiesen forderte die Mitglieder auf, sich doch zu besinnen und die Auflösung des Vereins zu verhindern. Das Leben ist für solche kindischen Streitigkeiten zu kurz. „Es muss doch nur jemand Ja sagen, dann geht’s weiter“, sagte Deuerling.

Stellungnahme
Bereits am Anfang der Versammlung gab Jürgen Mattes, der Ehemann der bisherigen Vorsitzenden Michaela Mattes, eine Stellungnahme über die ganzen unschönen Aktionen und teilweise beleidigenden Schreiben an die bisherige Vorstandschaft, besonders an Michaela Mattes ab. Besonders die persönlichen Anfeindungen der Sängerfreunde Nurn, an der Spitze Elisabeth Daum, gingen teilweise wirklich unter die Gürtellinie. Anscheinend ging es schon lange nicht mehr um den Verein sondern allein um die Person Michaela Mattes. Sie wurde beim Sängerbund diffamiert und auch die Presse sollte bei dieser Hetzkampagne mitmachen, was aber Gott sei Dank nicht funktionierte. „Hier wurde eine Person an den Pranger gestellt und mit Vorwürfen überhäuft, die unterste Schiene waren. Da fehlt mir jegliches Verständnis“, sagte Jürgen Mattes. Als Ehemann der ehemaligen Vorsitzenden sei er oft genug bei den Aktiven dabei gewesen und habe viel mitbekommen. Er hat nach dem Wechsel von Walter Klose zu Karina Klaumünzner so nach und nach einen Bruch im Verein empfunden, der irgendwann nicht mehr zu kitten war. Dass nach der Kündigung von Karina die Sänger und Sängerinnen einen anderen Weg gehen mussten war klar. Bei in Zukunft zwei Chorleitern kann eine Chorgemeinschaft wie sie bisher bestand, nicht weiter funktionieren. Aber man hätte Wege gefunden, um trotzdem miteinander zu singen. Durch die böswilligen Anschuldigungen an Michaela, die sich mit ihrer ganzen Zeit und Energie in den letzten sechs Jahren für den Verein eingesetzt hatte, wird in der Öffentlichkeit alles so dargestellt, als ob sie allein und persönlich für alle Differenzen verantwortlich sei. „Sollten solche Verleumdungen und Diffamierungen weiter auftreten, werden wir rechtliche Schritte einleiten“, bekräftigte Jürgen Mattes.

Wie geht es weiter?
Bürgermeister Gerhard Wunder betonte, man müsse die Entscheidung nach der Abstimmung akzeptieren. Vielleicht sei es auch eine Chance, doch noch eine Vorstandschaft zu finden. „Es braucht jetzt Leute, die sich zusammensetzen und den Zeitraum abchecken, den man sich stecken kann, um doch noch Resultate zu erreichen. Vielleicht findet sich doch noch eine Gruppierung zusammen, die Verantwortung übernehmen will und kann“, meinte Wunder. Dass sich die bisherige Vorstandschaft nicht mehr zur Wahl gestellt habe, könne er verstehen. „Wenn man nicht mehr das Vertrauen der Mitglieder hat, zieht man sich lieber zurück. Das ist verständlich. Aber nun müsst ihr den Gemeinschaftssinn stärken, hoffentlich schaffen wir dann doch noch einen Neuanfang“, appellierte der Bürgermeister an die anwesenden Mitglieder.

Trotzdem Zeit, Danke zu sagen
Monika Rohr dankte in ihrem Schlusswort allen für die schönen Stunden, die tollen Lieder und Konzerte und die gemeinsamen Erlebnisse und Ausflüge. Es habe viele schöne Momente gegeben im Vereinsleben der „Cäcilia“. Auch dankte sie dem Fähnrich, den Wirtsleuten Friedbert und Christa Ring sowie Bürgermeister Gerhard Wunder, den Kirchenvertretern und Susanne Deuerling von der Presse für die immer objektive Berichterstattung.

Kategorien: Vereine