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Im Oberen Rodachtal bewegt sich was

11.05.2018 Gemeinsame Aktion der drei Gemeinden zum Tag der Städtebauförderung.

Fotos: Stadtumbaumanagement
Ortsbildprägend ist das Gebäude der Familie Schmid und Conci in der Nordhalbener Straße in Steinwiesen. Es wurde mit Mitteln aus dem interkommunalen Förderprogramm saniert

„Im Oberen Rodachtal bewegt sich was“ – dies war die Botschaft der drei Bürgermeister aus Nordhalben, Steinwiesen und Wallenfels am Tag der Städtebauförderung. Die Gemeindechefs hatten gemeinsam zu einer Bustour durch das Obere Rodachtal aufgerufen und knapp 30 Bürger waren der Einladung gefolgt. Ziel der Fahrt war es, über gelungene Beispiele und Zukunftsprojekte der Städtebauförderung zu informieren.

In der Flößerstadt mussten die Teilnehmer zunächst den Anstieg zum Kirchenumfeld bewältigen. Was sich Ihnen dort präsentierte, konnte offensichtlich überzeugen. „Sehr gelungen“, urteilte der Nordhalbener Gemeinderat Horst Wolf, gen. Schmidt, über die Ausführung des Sanierungsprojektes

„Ohne die 80% Zuschuss aus der Städtebauförderung hätten wir das kaum geschafft“, so Jens Korn im Hinblick auf die 750.000 Euro Baukosten. Die Sanierung sei nicht nur aus städtebaulichen Gründen notwendig gewesen. „Durch die Stabilisierung des Hanges haben wir für eine nachhaltige und sichere Lösung gesorgt.“ Bewusst habe sich der Stadtrat 2014 dafür entschieden, mit dem geschichtsträchtigen Bereich zu beginnen: „Wir wollten gerade hier beweisen, was wir mithilfe der Förderung leisten können“.

Am Marktplatz ging es schließlich um die Planungen für die Wallenfelser Ortsmitte. Auch bei diesem Projekt hatte sich die Stadt, wie beim Kirchenumfeld, für eine frühzeitige Einbindung der Bürger entschieden. „Die Wallenfelser durften schon bei der Auswahl des Planungsbüros mitreden“, erläuterte Korn. Vom beauftragten Büro bauchplan werde nun der Wunsch der Bevölkerung, den Platz offener zu gestalten und wieder zum Kommunikationspunkt zu machen, umgesetzt.


In Wallenfels besichtigte die „Reisegruppe“ das im Rahmen der Stadtsanierung neugestaltete Kirchenumfeld

Wie Privatmaßnahmen durch die Gemeinden unterstützt werden, zeigen parallele Ausstellungen in Steinwiesen und Wallenfels, die im Rahmen der Bustour eröffnet wurden. In Wallenfels können sich Interessierte im Foyer der Landarztpraxis informieren, in Steinwiesen im Rathaus. Stadtumbaumanagerin Ann-Sofie Beuerle hatte Immobilienbesitzer aus den beiden Orten gewinnen können, bei der Ausstellung ihre Vorhaben zu präsentieren.

Eines der gezeigten Vorhaben konnten die Teilnehmer der Bustour anschließend in Steinwiesen besichtigen: Die Maßnahme der Familien Schmidt und Conci in der Nordhalbener Straße. Nach einer Beratung im Rahmen des interkommunalen Förderprogramms hatten sich die Eigentümer 2014 dazu entschlossen, die Eternitfassade zu entfernen. Ersetzt wurden die Platten durch Schiefer und einen Putz. Die alten Sandsteingewände wurden zudem saniert und herausgearbeitet. „Aus einem hässlichen Entlein konnten wir wieder einen hübschen Schwan machen“, so das Fazit der Eigentümer.

Vor dem Rathaus konnte Bürgermeister Gerhard Wunder mit den Teilnehmern auf die gelungene Sanierung von Steinwiesens „Guter Stube“ anstoßen. „Es liegt ein langer Weg seit dem Beginn 1996 hinter uns. Der Aufwand hat sich aber gelohnt“, so die Bilanz des Gemeindeoberhaupts. Seit wenigen Jahren präsentiert sich der zentrale Bereich zwischen Gemeindeverwaltung und Kirche in einem neuen Gewand. Sitzmöglichkeiten und ein Brunnen laden zum Verweilen ein. Wunder zeigte sich froh, dass Bürger und Kommunalpolitik bei diesem Projekt der Stadtsanierung an einem Strang gezogen hätten, „selbst wenn die Diskussionen teils mühsam waren.“ Auch beim weiteren Spaziergang durch Steinwiesen konnte Wunder von Erfolgen berichten. So sei anstelle des maroden „Fick‘n-Babelas-Haus“ ein Flößerplatz an der Rodach entstanden. Einen Blick in die Zukunft wagte der Bürgermeister am sogenannten Gerberhaus. Dort sollen in Zusammenarbeit mit dem Caritas Kreisverband Plätze für Betreutes Wohnen, ein Tageskaffee und Räumlichkeiten für ein Quartiersmanagement entstehen: „Von diesem Projekt werden wichtige Impulse für Steinwiesen ausgehen.“


Nicht nur „Nordhalben Village“ sondern auch „Little Hollywood“ konnte Bürgermeister Pöhnlein präsentieren. Unser Bild zeigt die drei Bürgermeister und einen Teil der „Reisegruppe“ vor einer Filmkulisse von Bully Herbig

Unter dem Motto „CoWorking und CoLiving“ steht das Projekt „Nordhalben Village“, das bei der letzten Station der Rundfahrt von Bürgermeister Michael Pöhnlein vorgestellt wurde. Für rund 1,2 Millionen Euro soll das ehemalige Schulgebäude in der Ortsmitte mit Mitteln aus der Förderoffensive Nordostbayern und dem Projekt „Land(auf)schwung“ saniert werden. Dahinter steckt die Idee, innovativen Jungunternehmen attraktiven Raum zu schaffen, um unter einem Dach leben und arbeiten zu können.

Beim weiteren Rundgang konnte Michael Pöhnlein in der Schloßbergstraße auf den Rückbau von zwei Gebäuden verweisen, der mit Mitteln aus der Nordostbayerninitiative gefördert wurde. Für die freien Flächen hätten sich mittlerweile zwei Investoren gemeldet, die ihre Konzepte demnächst im Gemeinderat vorstellen würden. „Wer werden uns für das Projekt entscheiden, das am besten zu uns passt“, so Pöhnlein. Das i-Tüpfelchen der Tour durch das Rodachtal war für die Teilnehmer ein Besuch in der Filmkulisse von Bully Herbigs Filmprojekt „Ballon“. Auch hierfür hat Pöhnlein und sein Gemeinderat schon eine Idee: Es soll ein Film-Café entstehen.     

Kategorien: Rathaus, Veranstaltungen